Es war ein Autounfall
Wie wahrscheinlich tausenden Menschen ist es mir Samstag in der Früh gegangen, als ich gehört habe, dass Jörg Haider gestorben ist: unfassbar, das gibt es gar nicht, das glaube ich nicht - das waren (sind) meine Gedanken. Ich bin mit Jörg Haider politisch "aufgewachsen", er war immer präsent, immer Teil der österreichischen Politik. Jetzt gibt es ihn nicht mehr - politisch auf einem weiteren Höhepunkt seines Lebens hat ihn das Schicksal überholt.
Was mir durch seinen Tod wirklich dramatisch ins Bewußtsein gekommen ist, ist, dass Politik nicht das Leben ist. Politik ist ein Beruf, ein spannender Beruf, aber nicht das Leben. Wir sehen immer nur die Funktion "Politiker", auf sie konzentrieren wir unsere Bewertungen, unsere Hoffnungen, unsere Ablehnung. Und wenn man selbst mittendrin ist, dann sieht man sich selbst meistens auch nur mehr in der jeweiligen politischen Funktion. Der Mensch, der ganz normale Mensch, der, der bei einem Autounfall sterben kann, diesen Menschen vergessen wir oft. Deshalb ist es, glaube ich, auch so ein besonderer Schock, als Jörg Haider plötzlich gestorben ist. Mitten in einer Zeit, wo Politiker ständig im Rampenlicht stehen, stirbt ein Mensch, der halt auch ein Politiker war.
Politiker sein ist sehr relativ ....